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"Vorsicht, Auto!" - Das Sitz im Straßenverkehr

Der Stadtspaziergang verläuft ruhiger und unter weniger Anspannung, wenn du weißt, dass dein Hund am Straßenrand zuverlässig anhält. Warum es gar nicht so einfach ist, ihm das beizubringen und wie du dein Training optimierst, wird dir hier erklärt.

Ein tägliches Bild im Straßenverkehr sind Hundebesitzer, die vor dem Überqueren der Straße das Hinsetzen des Hundes verlangen.
Oftmals funktioniert dies aber nicht besonders zuverlässig. Entweder setzt der Hund sich gar nicht erst hin oder er steht zu früh wieder auf.

Kennt dein Hund wirklich "Sitzen am Straßenrand"?

strassenverkehrEin Grund, warum das Sitzen an der Straße oft scheitert, ist der, dass der Hund das Signal gar nicht ausführen kann, weil er es noch nicht verstanden hat.
In der Regel trainiert Herrchen oder Frauchen das Sitzen so, dass der Hund mittels Sicht- und/oder Hörzeichen zum Sitzen aufgefordert wird. Dabei sitzt er meist frontal vor dem Menschen.
Soll sich dein Hund nun an der Straße (umgeben von vielen Ablenkungen) neben den Menschen setzen, so sieht das für den Hund ganz anders aus als sonst. Er muss das Signal "Sitz" nun allein auf das Hörzeichen hin ausführen können, ohne die Hilfe des Sichtzeichens und ohne die (unbewussten) körpersprachlichen Hinweise durch den Menschen (z.B. leichtes Nach-vorne-Beugen). Das tut er dann oft nicht und wird dann häufig durch einen Leinenzug korrigiert. Das macht das "Sitz" für ihn in dieser Situation auch nicht angenehmer.
Und: Er sitzt dabei nicht vor dem Menschen, sondern neben ihm. Etwas, was er vielleicht so bisher noch nie gelernt hat. Auch das erschwert ihm eine schnelle Umsetzung deines Sitz-Signals.
Ein anderer Grund, warum es nicht funktioniert, ist die Inkonsequenz des Menschen. Ist die Ampel gerade grün oder es zeigt sich eine Lücke im dichten Verkehr, huscht man schnell über die Straße, ohne den Hund vorher zum Sitzen aufzufordern.

Sitzen kann sehr unangenehm sein

Weitere Argumente, die aus meiner Sicht gegen das Sitz an der Straße sprechen, sind die, dass es viele Hunde gibt, die das Sitzen auf kaltem, nassem und dreckigem Untergrund verständlicherweise nicht mögen.
Auch über eine Spritzwasserdusche durch vorbeirasende Autos oder LKW sind viele Hunde sicher wenig begeistert und der Gestank durch Abgase ist für die empfindliche Hundenase auch so schon eine Zumutung, ohne dass man sich auch noch in die die Abgaswolke setzen muss.
Da Ampeln auch gerne mal dazu genutzt werden, dort noch schnell das Beinchen zu heben, mute ich meinem Hund unter Umständen zu, dass er sich in die Pipispur seines Vorgängers setzen muss. Das finden viele Hunde oft sehr eklig.
Außerdem wird jeder Hund einmal älter oder vielleicht auch krank und kann dadurch das Sitzen an der Straße nicht mehr ausführen.

Vielleicht ist ein "Steh" sinnvoller?

Als Alternative zum Sitzen eignet sich ein gut trainiertes Stehenbleiben (mit etwas Abstand zum Straßenrand) und zusätzlich eine Ankündigung (z.B. "Rüber"), die dem Hund sagt, dass die Straße nun überquert wird und der Hund mitkommen soll. So lernt dein Vierbeiner nicht nur das Stehenbleiben, sondern auch, dass die Straße erst nach Aufforderung überquert wird und ist somit doppelt abgesichert.

Probiere doch einfach mal aus, ob du mit einem "Steh" im Straßenverkehr nicht besser bedient bist, als wenn dein Hund sich jedes Mal setzen soll, wenn ein Bordstein in Sicht kommt. Das "Steh" ist einfach zu erlernen und leichter auszuführen als ein "Sitz". Es geht schneller und ist deswegen oft sehr effektiv.

Bild: hey-fiffi.com