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Die Sache mit dem Leinenruck

Der Leinenruck ist leider auch heute noch ein gängiges Mittel zur Erziehung des Hundes. Oftmals als Korrektur oder Leinenimpuls verharmlost, ist der Leinenruck gekennzeichnet durch einen kräftigen Ruck an der Leine, meist in Kombination mit einem Halsband. Ich erkläre dir, warum du die Sache mit dem Leinenruck nochmal überdenken solltest.

Der Leinenruck ist für den Hund nicht nur eine unangenehme bis sehr schmerzhafte, sondern vor allem auch gesundheitlich höchst schädigende Einwirkung auf einen sehr empfindlichen Körperteil.

Zum Einsatz kommt der Leinenruck immer dann, wenn der Hund aus Sicht des Menschen etwas falsch, nicht richtig, nicht schnell genug, etc. macht.

Der Ruck wird schnell zum Selbstläufer

Meist entwickelt sich das Rucken zu einem Selbstläufer. So wird ein Hund während eines ganz normalen Spaziergangs ständig, in den unterschiedlichsten Situationen und für die verschiedensten Verhaltensweisen geruckt.

  • Wenn er durch die Tür nach draußen drängelt
  • Wenn er einen ihm bekannten Menschen/Hund begrüßen will und zu diesem hinzieht
  • Wenn er an der Leine zieht
  • Wenn er einen anderen Hund anbellt
  • Wenn er an der Straße Sitz machen soll
  • Wenn er weitergehen soll
  • Wenn er unaufmerksam ist

Diese Liste ließe sich noch um einiges erweitern.

Glaubst du wirklich, dass dein Hund diese Art der Erziehung versteht?

Versteht dein Hund den Leinenruck?

leinenruck querDazu müsste er jeden Ruck mit seinem vermeintlichen Fehlverhalten in Verbindung bringen können. Er müsste nicht nur bei jedem Ruck wissen, was er falsch gemacht hat, sondern auch, wie er sich in Zukunft (aus Sicht des Menschen) besser verhalten soll. Und zwar ohne, dass der Mensch ihm das wirklich beigebracht hätte. Die Erfolgsaussichten des dauernden Leinenrucks sind also ziemlich mies.

Der Leinenruck als Erziehungsmethode ist nicht nur unfair und aufgrund von möglichen Fehlverknüpfungen und der gesundheitlichen Auswirkungen gefährlich, er ist zudem auch nicht vom Hund zu verstehen und völlig unnötig.

Natürlich gibt es Hunde, die ihr „Fehlverhalten“ aufgrund dieser Erziehungsmethode einstellen. Dies liegt aber nicht daran, dass sie verstanden hätten, worum es geht. Diese Hunde sind einfach so sensibel, dass sie sich gut in ihrem Verhalten hemmen lassen und lieber gar nichts mehr machen, als einen Fehler zu begehen. Eine sehr unschöne Art, sein Leben als Hund zu verbringen.

Es gibt jede Menge Alternativen, die oben genannten Situationen gewaltfrei und ohne gesundheitlich schädigende Erziehungsmaßnamen zu trainieren. Ein paar davon findet ihr hier bei Hey-Fiffi.com. Der Leinenruck hat in der modernen Hundeerziehung nichts zu suchen.

Bild: hey-fiffi.com